Gustave bekommt eine Rückfahrkamera

Mein Camperausbau hat mittlerweile einen Namen bekommen. Er wurde von mir liebevoll im Beisein von niemand auf den Namen Gustave getauft. Eigentlich muss man vorsichtig sein, ich hab dem guten noch keine Bierflasche gegen die Karosse geworfen. Sobald meine Airlineschienen auf dem Dach befestigt sind, und es einen passenden Anlass gibt, werd ich das vermutlich tun. Vielleicht nur mit einem Bier. Einem 0,33er Bier. Oder einem 0,2er Peroni. Besser nur eins in der Dose. Eventuell nehme ich auch nur einen Luftballon und fülle ihn mit Bier. Muss reichen. Hauptsache die Karosse geht nicht kaputt.


Die Off- Topic Extremisten hätten mir jetzt schon wieder von allen Seiten Ellenbogen in die Rippen gehauen deswegen: Zurück zum Thema. Rückwärtsfahren und Rangieren.


Für eilige geht's hier zur Kurzanleitung


Gustave hat in der Hecktüre zwei Fenster. Brillant. Man kann sich einfach umdrehen und bekommt einen ziemlich guten Überblick. Das wird allerdings nicht für immer so bleiben. Wenn Gustave mal ausgewachsen ist, wird er nicht mehr so leicht zu durchschauen sein. Nichts desto trotz wird er in seinem Leben den ein oder anderen unübersichtlichen Campingspot nur mit dem Hintern anschauen müssen.

Weil er als Baby noch so schön nackt und wehrlos war, habe ich entschieden ihm sofort eine Rückfahrkamera zu verpassen. "Ist ja kein Riesen Ding". Ätsch. Denkste.


Ab zu Amazon, die gleiche Kamera bestellt die fast jeder hat. Drei Tage später voller Euphorie ausgepackt, schnell angeschlossen, mich gefreut - funktioniert. Als ich dann mal die Perspektive vom Dach her checken wollte, kam jedoch schnell das böse Erwachen. Die Kamera sieht nur bei offener Türe auf den Boden.

Ich glaube der Renault Master und seine Brüder und Schwestern sind die einzigen Fahrzeuge im ganzen Universum, die beim öffnen der Hecktüre das halbe Dach mit aufmachen müssen. (Achtung: übertrieben).


Naja, kurzum - die gewählte "Standard" Rückfahrkamera war ein Fehlkauf. Zum Glück gibt's einen dankbaren Abnehmer namens Jan der gerade einen Überlandbus zum überfancy Nightliner ausbaut.


Also ab zu Amazon und die neue Rückfahrkamera kaufen. Eine die etwas über das Heck hinaus steht. Gesagt. Getan.

An dieser Stelle sollte ich wohl mal ausführen, warum ich nicht die Kamera nehme die in das Rücklicht des Masters eingebaut wird.

Ich pflichte jedem bei der mir erzählt, dass man mit der Rücklichtrückfahrkamera die Mädels im Cabrio hinter einem besser im Blick hat - beim Einparken fehlt mir jedoch die notwendige Perspektive und Breite. Außerdem finde ich es wichtig von möglichst weit oben auf die Stoßstange zu sehen.


Gekauft habe ich nach etwas Recherche dieses Set :

Damit hat sich das Problem leider noch immer nicht gelöst. Immer noch viel zu weit weg von der erträumten Perspektive. Recherchieren half an dieser Stelle leider nichts mehr und Geduld hatte ich auch keine mehr. Also habe ich aus etwas Alublech eine Verlängerung gesägt, die leicht über die Hecktüre hinaussteht. Diese Halterung ermöglicht mir nun genau den Blickwinkel den ich haben möchte:

Falls Ihr das nachmachen wollt: Hier eine Skizze wie die Halterung ungefähr aussehen sollte:

Der grüne Part sollte von der Kontur her einigermaßen der Kontur der Rückfahrkamera entsprechen. an der roten Kante habe ich das Blech gebogen - ca. 20-30°. Die Kamera wird dann einfach festgeschraubt (Löcher am besten vor dem Biegen bohren).

Damit's meinen Gustave nicht so arg verunstaltet habe ich den Halter noch schwarz lackiert.


So siehts dann aus wenn's fertig ist:

(Sorry ich hab hier grade diese geniale Bildbearbeitungsfunktion entdeckt)


Ich wollte den Halter ursprünglich kleben - das hat sich dann jedoch als nicht praktikabel herausgestellt. Ich würde trotzdem empfehlen unter den Halter ordentlich Sikaflex o.ä. zu packen, damit man später nicht die Sauerei im hinteren Holm hat.


Mit der Qualität des Kamerabilds bin ich sehr zufrieden, allerdings stößt auch diese Kamera (Wie wohl die meisten) bei Regen an ihre Grenzen.


Hier noch eine Kurzfassung:

  • Die Kamera habe ich auf das gewinkelte Blech geschraubt, das alles dann auf's Autodach

  • Das Kabel habe ich mit der mitgelieferten Gummidurchführung in den Innenraum gebracht und Richtung Kabine gelegt. Achtung: Das Kabel ist ziemlich lang, wer selber mit dem Lötkolben nicht umgehen kann, und keinen Karsten als Kumpel hat, der das mal eben erledigt, sollte sich gut überlegen ob er das Teil durchschneidet

  • Den Bildschirm habe ich vorne unterhalb der Frontscheibe angebracht. Da der Renault Master auf dem Armaturenbrett noch eine 12V Steckdose hat, könnte man sich auch überlegen den Bildschirm dort einzustecken. Dann spart man sich etwas Fummelei.

  • Aktiviert wird der Bildschirm nicht über den Rückwärtsgang - ich habe hierfür einen extra Schalter vorgesehen. Allerdings ist das mehr Spielerei - man könnte den Monitor auch einfach vorne am On / Off Schalter ausschalten.

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Cheerio,

BNSN feat. G.U.S.T.A.V.E (and the Gang)

© 2017 Benjamin Braun