Der Campervan ist fertig - PART I

Da liegen wir nun also - in Spanien direkt am Kitespot im eigenen Campervan. Es war nicht einfach und hat auch wirklich lange gedauert - aber pünktlich zum Urlaub ist dann doch noch alles fertig geworden. Der weiße Flitzer trägt eigentlich auch einen Namen. Nachdem ich aber unzählige Stunden in diversen Facebookgruppen verbracht habe, in denen im Minutentakt der moderne Selbstausbauer von heute seine Helgas, Frieders, Peters usw. präsentiert, habe ich beschlossen, dass Gustave ab jetzt zwar weiterhin Gustave heißt, ich es aber nicht weiter in der breiten Öffentlichkeit, die ich mit diesem einzigartigen Blog erreiche, publiziere. (Längster Satz seit langem).


Ursprünglich wollte ich mich an einem VLOG versuchen. Ich habe dann auch fleißig mitgefilmt, bin bis heute fest davon überzeugt, dass niemand seinen Bus so toll entkernt hat wie ich. Ich meine mich sogar entsinnen zu können, dass ich gefilmt habe wie ich den Boden isoliere ohne davor Holzlatten reingeklebt zu haben.

Unglücklicherweise habe ich die SD-Karte, auf der dieses einzigartige Footage gespeichert war, in einem Hotel in Hannover verloren. Selbst für 50€ Finderlohn wollte im Hotel niemand den Staubsaugerbeutel durchwühlen. Stümper. Das nächste mal schlafe ich in meinem eigenen Bus. VOR DEM HOTEL!!


Okay ich fasse mal zusammen:

  • Van einen Coolen Namen geben: Nur noch Undercovergustave

  • Meinen eigenen VLOG machen: Aufgrund exzessiver Verpeiltheit vermasselt

  • Den Vanbuild mit Fotos in einer Insta-Story dokumentieren in der ab Tag 2 ein kleiner Kaktus steht: Doppelfail++

  • Den Vanausbau im BLOG propagiert: Mediumcheck.

Aber wenigstens habe ich meine Heimwerkerskills exzessiv ausgebaut.


Okay - Einleitung vorbei, Zeit einen kleinen Überblick darüber zu geben was alles verbaut ist und wie die Kiste nun aussieht - am Besten in Form eines kurzen Bilderrückblicks:


Grundfahrzeug:

Als Basisfahrzeug habe ich mich für einen RENAULT MASTER entschieden. Das Auto ist Baujahr 2013 und hatte zum Zeitpunkt des Kaufes gerade mal 28.000 Km. Er war vorher ein Gefahrguttransporter. Dementsprechend war die Substanz eine sehr gute, perfekt für einen Ausbau. Von den Dimensionen her habe ich mich für einen L2H2 entschieden. Er geht gerade noch in einen durchschnittlichen europäischen Parkplatz und ist noch unter 3,10m hoch, somit ist man beispielsweise in Frankreich in der Mautklasse 2, was noch unter den LKW's ist. Mir war es prinzipiell egal ob es ein Fiat Ducato, Peugeot, Opel oder Renault wird. Viel wichtiger waren mir, dass das Fahrzeug meine Kriterienliste erfüllt. Mehr dazu lest Ihr Hier.




Schlafen

Alle meine Wünsche in einem L2 unterzubringen war nicht gerade einfach. Was mir jedoch von Anfang an wichtig war: das Bett. Wir haben nun eine feste 1,60 x1,60 m Liegefläche. Diese kann mit einem zusätzlichen Keil, der auf die Arbeitsfläche gelegt wird, auf 1,60 x 1,90 m erweitert werden. Der komplette Platz unter dem Bett ist Stauraum. Als Matratze habe ich einen Zuschnitt aus Hartschaum, Mittelhart verbaut. Darunter verbaut ist eine Unterfederung. Wir haben wirklich gut drauf geschlafen bisher. Diese Lösung ist mit rund 600€ nicht die günstigste - aber im Urlaub unbequem zu schlafen ist sicherlich schlimmer. Das Bett ist ca. 1,1 m hoch, heißt man braucht noch einen kleinen Tritt um bequem auf die Matratze zu kommen. Mit dem 30cm Keil kann man tagsüber übrigens super chillen. Anfangs hatte ich in der Planung ein Querbett drin - das wäre allerdings wirklich zu knapp geworden. Die Beweggründe könnt Ihr hier nachlesen.



Küchenzeile

Die Küchenzeile ist direkt an der Schiebetüre. Das Kernelement ist sicherlich die ENGEL-Kühlbox. Sie sitzt in einer Schublade und kann herausgezogen werden. Direkt dahinter befindet sich noch der Abwasserkanister.

In der Arbeitsfläche befindet sich noch ein Waschbecken. Darunter ist eine Schublade mit ausreichendem Platz für Teller, Besteck und Gewürze. Das Waschbecken haben wir aus einer Edelstahlwanne aus dem GASTRO-Bedarf gebaut. Der Wasserhahn ist nichts besonderes. Die Pumpe wird über einen Fussschalter betätigt, so spart man sicherlich einiges Wasser. Das Abwasser läuft über einen Schlauch direkt in den Grauwasserkanister, den man leeren kann wenn die Kühlbox komplett ausgezogen ist.

Apropos Kühlbox. Es gibt in den Foren ja ständig Diskussionen ob Box oder Schrank, Über 230V oder 12V, ob Gas oder nicht, ob Kompressor oder Absorber usw... Ich habe mich nach langem Kopfzerbrechen nun für eine ENGEL-Kühlbox entschieden. Eine Box verliert wenig Kälte wenn man sie öffnet - verglichen mit einem normalen Kühlschrank, bei dem die Luft einfach "runter" fällt. Ich betreibe die Kühlbox nur mit 12V, auch wenn sie theoretisch auch 230 V kann. Ein Haushaltskühlschrank am Inverter kam für mich nicht in Frage, da ich nicht davon überzeugt bin, dass er die gleiche Kühlleistung bringt wie eine Engel oder Waeco. Ich setze meistens auf Qualität, dafür steht ENGEL seit vielen Jahren. Die Kühlleistung und der Stromverbrauch auf dem ersten Trip haben mich sehr überzeugt.

Soweit so gut, im nächsten Post berichte ich über den Stauraum, die Toilette und was ich sonst noch so für Features an Bord habe.

Dank gebührt an dieser Stelle auf jeden Fall meinen fleissigen Mitstreitern und den Menschen von "Kastenwagen Selbstausbauer" die immer mit Rat und Tat unterstützen.

BNSN.

© 2017 Benjamin Braun