Ein Traum wird wahr - 70 Tage rechts unten auf der Weltkarte


Meine Herren - die Zeit verfliegt. Vor ungefähr einem Jahr habe ich ein weißes T-Shirt mit einem tätowierten Seemann gekauft. Eben dieses T-Shirt ziehe ich nun aus der Waschmaschine, um festzustellen, dass es immer noch einen sandroten Rand am Kragen hat. Ein Rand, der von der fantastischen Zeit zeugt, die ich in Australien hatte. Während ich mich frage, ob das T-Shirt wohl jemals wieder sauber werden wird, realisiere ich, dass nun schon fast 2 Monate vergangen sind, seitdem ich wieder zu Hause bin.

Mehrmals habe ich auf meinem Trip begonnen einen Blogpost zu schreiben und hatte eigentlich den festen Vorsatz jede Woche mindestens 1-2 Postings zu machen. Nachdem ich den ersten Post in einem Hostel in Fremantle zwischen einem schlafenden Franzosen und einem telefonierenden Italiener verfasst habe, ist meine Motivation jedoch abgeflacht. Nicht etwa, weil der bestialische Gestank in eben diesem Hostel mir den Verstand geraubt hat - nein. Vielmehr hat die Internetverbindung nicht mal ansatzweise die Leistung gebracht, die man wohl braucht, wenn man viele Bilder in sein digitales Tagebuch packen möchte.


Nachdem mich nun der Alltag wieder hat, nehme ich mir vor, immer mal wieder ein paar Bilder zu posten und auch etwas dazu zu schreiben - schließlich habe ich unheimlich viel gesehen, wahnsinnig sympathische Menschen kenngelernt und konnte wirklich viel fürs Leben mitnehmen.

Meine fotografischen Ergüsse beschränken sich wohl weitestgehend auf Portraits - ich bin einfach nicht so der Landschaftsfotografie-typ. Obwohl ebendiese in Australien atemberaubend ist.


Nachdem ich nun schon öfters einige Fetzen von mir gelassen habe hier eine kurze Zusammenfassung meines Trips: (Damit Ihr wisst, ob es sich lohnt zukünftig reinzulesen)


Von Stuttgart aus geht es mit meinem gesamten Kitegepäck ab nach Perth in Western Australia. Mein erster Stop führt mich nach Fremantle, die Hafenstadt von Perth. Wie so viele Hafen- und Küstenstädte dieser Welt strahlt auch diese Stadt ein ganz besonderes Flair aus und zieht mich schon sehr schnell in ihren Bann. Ich steige in einem Hostel in einer alten Feuerwehrstation ab, und komme erstmal an. Frühmorgens beginne ich meinen Tag am Strand, knüpfe erste Kontakte zur lokalen Kiteszene, lasse mich durch die Bars der Stadt treiben und lerne unheimlich viele interessante Menschen kennen, mit denen ich zusammen kleinere Ausflüge unternehme. Parallel dazu suche ich mir ein Auto und bin schon bald stolzer Besitzer eines Toyota Landcruiser Prado's mit Dachzelt, Bullbar und sämtlichem Schnickschnack den man in Australien wohl brauchen kann. Mein erster Trip führt mich zusammen mit Adam, einem Amerikaner aus Portland, nach Margaret river. Die ersten Nächte sind noch richtig kalt aber die Landschaft ist wirklich atemberaubend. Nach einem Abstecher Richtung Rottnest Island geht es für mich schon auf den ersten "großen" Roadtrip Richtung Norden. Insgesamt zu 5. mit 2 Autos fahren wir rund 1800 Km bis wir in Exmouth, meinem persönlichen Kiteparadies, ankommen. Natürlich verläuft die Fahrt nicht ganz ohne Zwischenfälle und ich darf mal am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet im Outback mit einem Motorschaden liegen zu bleiben.

Unterwegs geht es für mich so oft wie möglich zum Kitesurfen aufs Wasser und ich bin begeistert, wie leicht man neue Kontakte knüpft und irgendwann an fast jedem Spot jemanden kennt. Da ich Anfang Dezember schon meinen Kumpel Philipp in Perth abholen muss, geht es bereits nach 6 Wochen wieder zurück nach Fremantle, von wo aus ich erneut Richtung Norden starte. Eigentlich sollte es dieses Mal Richtung Süden gehen, da man dort jedoch nicht ganz so toll kitesurfen kann wie im Norden und ich viele Teile des Nordens aufgrund meiner Autopanne nicht sehen konnte, sind wir nochmals aufgebrochen. Dieses mal zu 6. mit zwei Autos. Auch dieser Trip ist unbeschreiblich und ich kann noch mehr Windtage mitnehmen als beim letzten Trip. Unterwegs treffe ich immer wieder gleichgesinnte Leute und kann nun auch sagen, dass die ein oder andere Freundschaft sicherlich noch viel länger halten wird. Die ersten Follow-up treffen sind geplant (Chris, dein Windsurfvan wird der Hammer - wenn Du bis dahin nicht kitest ;-)).


Die letzten Wochen meines Trips verbringe ich dann alleine in Exmouth und rund um Perth, wobei das schlimmer klingt als es ist - schließlich lernt man permanent neue Leute kennen und ich glaube es verging kein Abend, an dem ich wirklich alleine war. Meinen Abschiedstrip unternehme ich dann noch mit Kaylie und Tim zum Whitehills beach, wo ich nochmals ausführlich Abschied von meinem geliebten Auto nehmen kann.


Hier seht ihr schonmal die ersten Bilder - bis ich mich dann hoffentlich irgendwann aufraffe und noch weitere Blogposts verfasse.


BNSN.







© 2017 Benjamin Braun